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Erlangen

 

Auszeichnung “fahrradfreundliche Kommune” seit 2015

Erlangen ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken und ist mit etwas über 106.200 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 31. März 2012) die kleinste der insgesamt acht Großstädte des Freistaates Bayern. Die Stadt bildet zusammen mit den Städten Nürnberg und Fürth eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern. Gemeinsam mit ihrem Umland bilden sie außerdem die Europäische Metropolregion Nürnberg, eine von elf Metropolregionen in Deutschland. Heute wird die Stadt vor allem durch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und zahlreiche Niederlassungen des Elektrokonzerns Siemens AG geprägt. Ein weiter in die Geschichte zurückreichendes, aber immer noch spürbares Element ist die Ansiedlung von Hugenotten nach der Rücknahme des Edikts von Nantes im Jahre 1685.

Gestern, heute und morgen – Radverkehr in Erlangen
Ab Mitte der 1970er Jahre wurde das Radverkehrsnetz gezielt ausgebaut und die Radverkehrsplanung vorangetrieben. Die innovative Planung von Radverkehrsanlagen sowie deren konsequente bauliche Umsetzung spiegeln sich heute vielerorts im Straßenbild wider. Im Binnenverkehr von Erlangen wird heute ein Drittel der Wege in der Stadt mit dem Fahrrad zurückgelegt. Die flache Topographie ohne nennenswerte Steigungen sowie die geographischen Lagebeziehungen mit generell kurzen Wegen innerhalb des Stadtgebietes bieten ideale Voraussetzungen für die Nutzung des Fahrrades. Neben den einheimischen Erlangern nutzen auch viele der 98.000 in Erlangen Beschäftigten und rund 30.000 Studentinnen und Studenten das Fahrrad täglich für den Weg zur Arbeit oder zur Universität. Entsprechend prägt der Radverkehr die Mobilität der Hugenottenstadt und sorgt besonders in den Sommermonaten für Vitalität in der Stadt. Der Stadtrat hat sich in mehreren Beschlüssen zur Weiterentwicklung des Umweltverbundes und speziell des Radverkehrs bekannt.

Handlungsschwerpunkte
Das gut ausgebaute Radverkehrsnetz von Erlangen ermöglicht fast immer umwegfreie Verbindungen. Radwege, Radfahrstreifen, Schutzstreifen für Radfahrerinnen und Radfahrer, Radfahrschleusen und -aufstellflächen an Knotenpunkten, besonders gesicherte Querungsstellen, Tempo 30 und Verkehrsberuhigung, Berücksichtigung des Rad- und Fußverkehrs bei Lichtsignalsteuerungen sowie eine kommunale Fahrradabstellsatzung sind in Erlangen schon lange Bestandteil der täglichen Arbeit in der Radverkehrsförderung. Die flächendeckende wegweisende Beschilderung, die auf Haupt- und Grünrouten durch das Stadtgebiet sowie auf die einzelnen Stadtteile und deren Entfernungen verweist, ist selbstverständlich. Die Routen sind auch im Erlanger Fahrradstadtplan dargestellt, der fortlaufend auf den neuesten Stand gebracht wird. Viele Einbahnstraßen sind schon seit langem in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnet, nach aktuellem Stand bleiben nur 7 von 41 Einbahn-Achsen nicht freigegeben. Bisher wurden fünf Straßenzüge als Fahrradstraßen ausgewiesen, die vorrangig dem Radverkehr vorbehalten sind. Der Winterdienst ist auch für den Radverkehr aktiv und wird im Gespräch mit Verwaltung und ADFC ständig verbessert. Bei Baustellen wird auch der Radverkehr umgeleitet. Der Fahrradhandel ist mit seinen Dienstleistungen vergleichsweise stark vertreten. Im Umweltverbund ist das Rad integriert: Fahrradmitnahme in Zügen, Straßenbahnen und Bussen ist bei ausreichendem Platz rund um die Uhr möglich. Bildungsstätten, Arbeitgeberinnen und Arbeiter und Einzelhandel haben schon viele vorbildliche Abstellanlagen geschaffen. Auf der Homepage der Stadt Erlangen befindet sich eine eigene Fahrradseite mit vielen Informationen. Das alle zwei Jahre stattfindende Radlerhearing hat auch bei starker Konkurrenz, z.B. Fußballspiele, immer einen tollen Zulauf. Allerdings ist Erlangen eine „alte“ Radlerstadt und hat noch viele Stellen dem aktuellen Stand der Technik anzupassen. Die Abstellanlage am Bahnhof ist völlig überlastet; die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen mit dem Ziel „Pendler aufs Rad“ muss intensiviert werden; die Freizeit-Radwege sind noch verbesserungsfähig; die Öffentlichkeitsarbeit ist im Vergleich mit anderen Kommunen ausbaufähig. Bei Neubauten orientiert sich die Infrastruktur an dem anerkannten Stand der Technik, der in den Regelwerken der FGSV (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen – ERA) und dem „Radverkehrshandbuch Radlland Bayern“ enthalten ist.