Mehr Sichtbarkeit und Sicherheit für den Radverkehr in Neuendettelsau 

Juli 2026 Seit dem 1. Juni 2026 läuft im mittelfränkischen Neuendettelsau ein einjähriger Verkehrsversuch, bei dem die Gemeinde gemeinsam mit dem Landratsamt Ansbach neue Wege in der Verkehrsführung erprobt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Sicherheit und das Miteinander aller Verkehrsteilnehmenden im Ort verbessern lassen. 

Kern des Versuchs ist die Markierung sogenannter Schutzstreifen für den Radverkehr entlang der Ortsdurchfahrt. Diese durch gestrichelte Linien gekennzeichneten Bereiche am Fahrbahnrand sollen Radfahrende künftig sichtbar und sicher auf der Straße führen. 

Bild: Gemeinde Neuendettelsau, Julia Stahl

Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr 

Bislang wurde der Radverkehr in Neuendettelsau wegen schmaler Fahrbahnen teilweise über Gehwege geleitet. Die gemeinsame Nutzung durch Fußgehende und Radfahrende führte jedoch immer wieder zu Konflikten, insbesondere an Engstellen, Grundstücksausfahrten oder bei höherem Fußgängeraufkommen. Auch Unfälle haben sich ereignet. Mit dem Verkehrsversuch soll der Radverkehr wieder stärker in den Straßenraum verlagert werden. 

Die neuen Schutzstreifen stehen in erster Linie Radfahrenden zur Verfügung. Aufgrund der verengten Kernfahrbahn ist es im Rahmen des Verkehrsversuchs unerlässlich, dass Kraftfahrzeuge diesen Bereich als Fahrbahn mitnutzen. Wichtig dabei ist, dass dadurch kein Radfahrer gefährdet werden darf. 

Auf den Schutzstreifen gilt zudem ein absolutes Halte- und Parkverbot. In einigen Straßen hat sich die Parksituation verändert, teilweise wurden Stellplätze aufgrund der Sichtverhältnisse neu angeordnet. 

Bild: Gemeinde Neuendettelsau, Julia Stahl

Versuch erfordert gegenseitige Rücksichtnahme  

Für alle Verkehrsteilnehmenden bedeutet der Versuch eine Umstellung und erfordert Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme. Ziel ist ein sichereres und klarer geregeltes Miteinander auf der Straße.  

Durchgeführt und wissenschaftlich begleitet wird der Verkehrsversuch unter anderem durch die Gemeinde Neuendettelsau, das Landratsamt Ansbach, das Staatliche Bauamt, die Polizei sowie die Technische Hochschule Nürnberg. Auch ADFC und AGFK unterstützen das Projekt. Bereits im Vorfeld werden durch Studierende der TH Nürnberg Daten erhoben, etwa durch Verkehrszählungen und Befragungen im Ort. Die Erkenntnisse aus dem einjährigen Testlauf sollen anschließend ausgewertet und als Grundlage für mögliche dauerhafte Lösungen dienen. 

Der Verkehrsversuch ist damit ein wichtiger Schritt hin zu einer sicheren, modernen und nachhaltigen Mobilität in Neuendettelsau.

(Text: Gemeinde Neuendettelsau, Julia Stahl)