Was lange währt wird endlich gut – Weißenburger Straße fahrradfreundlich umgebaut 

Oktober 2026 – Manche Projekte können schnell umgesetzt werden. Die Rahmenbedingen passen. Dann gibt es Projekte, da kommt man nicht weiter. Und dann gibt es Projekte, die brauchen einen langen Atem. Ein solches Projekt konnte im Sommer dieses Jahres in Gunzenhausen abgeschlossen werden.  

Die Verbesserung der Einfahrt in die Innenstadt von Gunzenhausen aus südlicher Richtung war ein lang gehegter Wunsch der Bürgerinnen und Bürger und der Verwaltung. Die Einfahrt war nicht ganz einfach zu meistern. In einer Kurve auf einer Hauptverkehrsstraße mit rund 10.000 Fzg./Tag musste man erst rechts der Kurve folgen, gleichzeitig auf den Gegenverkehr aufpassen und dabei den linken Arm zum Abbiegen herausstrecken. Dann in einem Einbahnstraße einfahren, die für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet ist, jedoch eigentlich kein Platz zum Einfahren da war. 

So hat man sich 2010 auf den Weg gemacht, die Situation zu verbessern. Viele Überlegungen wurden gemacht, wieder verworfen, auch aufgrund von Bürgereinwänden. Die Bürgerinnen und Bürger waren damals vielleicht auch noch nicht soweit, dem Auto eine Spur für den Radverkehr zu nehmen.  

Die Pläne aus 2010 wurden dann 2015 bei einer Facharbeitskreissitzung der AGFK Bayern in Gunzenhausen vorgestellt und mit dem Input der vielen Fachleuten weiter verfeinert. Leider viel die Planung im Stadtrat durch, weil dafür 4 Parkplätze geopfert werden mussten. 

Es folgten ein Bürgerworkshop 2019 sowie eine Machbarkeitsstudie im Jahr 2021 durch I.N.S. Die fahrradfreundlichen und innovativen Vorschläge der Studie gingen leider einzelnen Bürgern zu weit, so dass in einer Bürgerversammlung im Jahr 2023 sogar die Bühne gestürmt wurde. 

Auch wenn dadurch die Motivation gelitten hat, wurde die Planung weitergeführt und so konnte dann ab 2023 die Weißenburger Straße sukzessive fahrradfreundlich ertüchtigt werden. Abschluss war dann der Umbau des Knotenpunktes mit der Einfahrt in die Innenstadt im Frühsommer 2026. Und die Grundgedanken aus 2010 konnten nun tatsächlich umgesetzt werden.  

Der Radfahrer hat eine Einfahrschleuse in der Einbahnstraße erhalten, abgetrennt mit einer baulichen Insel. Zur Abbiegung in der Kurve eine rot eingefärbte Abbiegespur nur für den Radverkehr, geschützt durch eine Querungshilfe zu Beginn und einer Mittelinsel am Ende. Zuvor wird der Radverkehr geschützt auf die Fahrbahn abgeleitet und auf einem Schutzstreifen zur Abbiegespur geführt. Der Fahrzeugverkehr wurde auf 30 Km/h beschränkt und es wurde ein Überholverbot für mehrspurige Fahrzeuge (Zeichen 277.1) angeordnet.  

Abgerundet wurde die Maßnahme mit dem Einbau einer Zählschleife zur Auswertung des Rad- und motorisierten Verkehrs. 

Jetzt freuen sich die Bürgerinnen und Bürger, dass Sie sicher in die Innenstadt geführt werden. 

(Text und Bilder: Stadt Gunzenhausen, Stefan Brändlein)