April 2026 – Um die Belange des Radverkehrs besser zu verstehen und kritische Stellen zu identifizieren ist die Radverkehrsschau ein unverzichtbares Instrument zur Verkehrssicherung. Mit diesem Fokus wurden in dem Webinar durch Hr. Zwirner die Grundlagen, Funktionen und Zielsetzungen auf praxisnahe Weise vermittelt. Als Erster Polizeihauptkommissar a.D., ehemaliger Leiter des Referats Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe und Sachverständiger für Verkehrsverwaltungsrecht und Arbeitsstellensicherung, bringt Herr Joachim Zwirner nicht nur Expertise, sondern auch viel Erfahrung aus der Praxis mit. Laut Zwirner „sollte die Verkehrsschau stets auch dafür genutzt werden, den „Schilderwald“ zu lichten“.
Mit interessanten Beispielen aus Bayern und anderen Bundesländern vermittelte der Referent ein fundiertes Verständnis für die Bedeutung der Radverkehrsschau und thematisierte die Schnittstellen zur Unfallkommission. Dabei wurde deutlich, wie bedeutend eine gute Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure ist. „Alle zwei Jahre haben die Straßenverkehrsbehörden zu diesem Zweck eine umfassende Verkehrsschau vorzunehmen, auf Straßen von erheblicher Verkehrsbedeutung und überall dort, wo nicht selten Unfälle vorkommen, alljährlich, erforderlichenfalls auch bei Nacht“ so Zwirner.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der systematischen Prüfung und Bewertung radverkehrsrelevanter Elemente, denn laut dem Referenten, ist die Verkehrsschau auch immer ein Sicherheitsaudit im Bestand. Der Perspektivwechsel bei einer Radverkehrsschau ist essenziell, um die Wegebeziehungen und die damit verbundenen Gefahren zu erkennen. So können Hindernisse oder unklare Führungen meist erst auf dem Fahrrad erfahren werden.

© Foto: Joachim Zwirner
Ergänzend erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Hinweise zur Dokumentation der Verkehrsschau und zur Ableitung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen. Das Webinar bot somit eine kompakte und anwendungsorientierte Einführung in die Verkehrsschau mit Fokus auf die Anforderungen einer sicheren und modernen Radverkehrsinfrastruktur.
(Text: AGFK Bayern)