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Gröbenzell

 

Gröbenzell gehört naturräumlich zur Münchner Schotterebene und liegt am südlichen Rand des Dachauer Mooses. Der Ort entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Bau der Bahnstrecke München-Augsburg als Torfstechersiedlung. Gröbenzell grenzt unmittelbar an die Landeshauptstadt München und verfügt seit 1972 über eine S-Bahnhaltestelle. Von 1967 bis Mitte der 1970er Jahre wuchs die Einwohnerzahl von 7.000 auf 14.000, nachdem in diesem Zeitraum die großen Reihenhaussiedlungen und die Geschoßwohnungsbauten errichtet wurden. Seither ist die Bevölkerung mit vergleichsweise geringer Steigerungsrate auf knapp 20.000 Einwohner angewachsen.
Die räumliche Situation wird bestimmt von einer geringen Flächenausdehnung bei hoher Einwohnerzahl. Die ca. 20.000 Einwohner leben auf einer Fläche von nur 6,4 km². Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von über 3.000 Einwohner pro km², ein Wert, der Zentrumslagen von Großstädten nahekommt. Gröbenzell steht an der 4. Stelle der 100 am dichtesten besiedelten Kommunen in Deutschland.

Gestern, heute und morgen – Radverkehr in Gröbenzell
Die Lage Gröbenzells in der Münchner Schotterebene bedingt eine Topographie ohne Steigungen. Einzig die beiden Bahnunterführungen am S-Bahnhaltepunkt und die Bahnüberführung am Zillerhof weisen leichte Steigungen auf. Gröbenzell hat somit für das Radfahren ideale Voraussetzungen: geringe Flächenausdehnung – die meisten Gröbenzeller wohnen nur maximal ca. 2 Radl-Kilometer vom Ortszentrum entfernt – und eine extrem ebene Struktur.
Einer Haushaltsbefragung zum Einkaufsverhalten zufolge, gehen 25 % der Befragten zu Fuß und 47 % verwenden das Fahrrad zum Einkaufen. Das Fahrrad wird in Zukunft einen Teil des innerörtlichen Autoverkehrs ersetzen und damit einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastungen durch Abgase und Lärm leisten.
Nicht nur die Alltagswege lassen sich in Gröbenzell gut mit dem Fahrrad zurücklegen. Auch in der Freizeit bietet Gröbenzell durch die Anbindung an den Ammer-Amper- und den Isar-Lech-Radweg, sowie an viele Ausflugsziele in der Umgebung, gute Möglichkeiten zu einer autofreien Naherholung. Durch eine enge Zusammenarbeit der Kommune mit den aktiven Vereinen vor Ort, konnte schon viel für den Radverkehr erreicht werden. So gibt es bereits eine Fahrradstraße, eine weitere ist in Planung. Ein Winterdienstplan wurde erarbeitet, der der Freihaltung der Radwege im Ortszentrum von Schnee und Eis Priorität einräumt. 1994 erließ die Gemeinde eine Fahrradabstellplatzsatzung. Serviceangeboten wie das Repaircafè, Beleuchtungstest, Fundräderversteigerung und festinstallierte Fahrradpumpen am Bahnhof bieten den Bürgern fahrradbezogene Dienstleistungen.
Im Jahre 2000 wurde das Leitbild zur lokalen Agenda 21 als Richtschnur gemeindlichen Handelns beschlossen. Darin wird der Förderung des Radverkehrs ein großer Stellenwert eingeräumt.

Handlungsschwerpunkte
Schon in den 90er Jahren wurde in Gröbenzell ein Leitfaden zur Förderung des Fahrradverkehrs erstellt. Die Ziele dieses fahrradorientierten Konzeptes sind:

– Radfahren soll in Gröbenzell noch mehr ‘Spaß’ machen,
– Ziele im Ort sollen in Zukunft mit dem Fahrrad noch zügiger erreichbar sein,
– Radfahren in Gröbenzell soll noch sicherer werden,
– Radfahren in Gröbenzell soll noch komfortabler werden.

Das Konzept wird momentan aktualisiert und fortgeschrieben.
Außerdem wirkt die Gemeinde in der Lenkungsgruppe der Initiative „Gröbenzell steigt um“ mit. Zielsetzung des Projektes ist es, neben der Verbesserung des nicht-motorisierten Verkehrs vor allem den Fahrradverkehr auszuweiten und zu fördern.
Im Zusammenhang mit der Mitgliedschaft in der AGFK Bayern ist geplant, ein Radverkehrskonzept zu erstellen, verschiedene Maßnahmen in den Bereichen Infrastruktur, Service, Kommunikation und Information zu erarbeiten und diese dann schrittweise umzusetzen.