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Kolbermoor

Auf halbem Wege zwischen Rosenheim und Bad Aibling, durchflossen von der Mangfall, liegt die Stadt Kolbermoor: Ein junger Ort, der 2013 sein 150jähriges Bestehen feiert und seine Entstehung dem Wasserreichtum der Mangfall und den Torfvorkommen in der Umgebung verdankt.

Im Jahr 1857 wurde die Bahnlinie München-Holzkirchen-Rosenheim eröffnet, am 15. September 1859 der Haltepunkt Kolbermoor errichtet. Ein Jahr später initiierte der Ingenieur Theodor Hassler den Bau einer Baumwollspinnerei, die 1862 mit der Produktion begann und für 130 Jahre der Mittelpunkt des Ortes war.

Die Stadt ist heute ein funktionierendes Gemeinwesen, ausgestattet mit den meisten zur Versorgung der Bevölkerung notwendigen Einrichtungen. Durch die Gebietsreform 1978 vergrößerte sie sich auf ca. 19 qkm und etwas über 12.000 Einwohner, deren Zahl sich mittlerweile auf rund 19.000 erhöht hat.

Auf gesellschaftlichem und sportlichem Gebiet ist die Bevölkerung äußerst aktiv. Die Existenz von etwa 60 rege tätigen Vereinen bestätigt dies. Ein Sportverein mit über dreitausend Mitgliedern und einer Vielfalt von sportlichen Möglichkeiten ist darunter. Eine mittlerweile seit 85 Jahren bestehende städtische Musikschule, die Volkshochschule und mehrere Gesangsvereine runden das Angebot ab. Ausstellungen regionaler und überregionaler Art, das alljährliche Bürgerfest sowie alle zwei Jahre ein vielbesuchtes internationales Schmiedetreffen sind beliebte Treffpunkte der Bevölkerung.

War Kolbermoor lange Zeit ein reiner Industrieort, so haben gerade die letzten Jahre eine bemerkenswerte Ausdehnung der Wohnviertel gebracht. Die damit verbundenen neuen Aufgaben stellen die Stadt und ihre Bürger vor neue Herausforderungen. Vordringlich sind eine sinnvolle Weiterentwicklung der Stadt, eine Abrundung der Wohngebiete, die Bereitstellung von Gewerbegrund und die Vermeidung von baulichen Auswüchsen.

Gerade die hinzugewonnene Attraktivität und der damit einhergehende rege Zuzug bedeutet für Kolbermoor allerdings auch eine große Herausforderung in der Verkehrsplanung. Da sich die Stadt zum Ziel gesetzt hat, ihre CO2-Emissionen bis 2035 um insgesamt 45% zu reduzieren und im Verkehrssektor um 35% müssen Alternativen zum Individualverkehr gefunden werden. Eine Lösung, die auch gleich die Problematik des Platzbedarfs des ruhenden Verkehrs und der zahlreichen Verkehrsstaus mitdenkt, ist die Förderung von Rad- und Fußverkehr.

Die räumlich Nähe zu den Nachbarkommunen Bad Aibling und Rosenheim, aber auch die geringen Entfernungen zu Bruckmühl, Großkarolinenfeld und Bad Feilnbach, sowie der enorme Freizeitwert der gesamten Region laden förmlich dazu ein, auf das Fahrrad als Verkehrsmittel der Wahl umzusteigen. Es wurden deshalb auch bereits einige Bestrebungen unternommen die Stadt fahrradfreundlicher zu gestalten, sei es durch Nullabsenkungen an (neuen) Straßenüberquerungen, ansprechende Radabstellplätze in der Innenstadt, am Bahnhof und am Rathaus oder den Ausbau und Unterhalt des schönen Mangfall-Radwegs, der auch Teil des Bayernnetz für Radler ist. Dennoch fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept, das den Radverkehr in der Region zu seinem vollen Potenzial führen kann – vom Lückenschluss über die Bereitstellung schneller Radverkehrsverbindungen für Pendler, sowie ein Zielgruppenorientiertes Marketing.

Aus diesem Grund entschied sich der Stadtrat 2016 zum Beitritt in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK). Kolbermoor ist seit der Vorbereisung im Mai 2017 auf dem Wege ein Radverkehrskonzept aufstellen zu lassen, das in den darauffolgenden Jahren umgesetzt werden und spätestens 2021 zur Anerkennung Kolbermoors als „fahrradfreundliche Kommune“ führen soll.