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Landeshauptstadt München

Auszeichnung “fahrradfreundliche Kommune” seit 2014

Die bayerische Landeshauptstadt belegt in Städterankings zur Lebensqualität stets vordere Plätze. Zur Attraktivität tragen u.a. die gute Arbeitsmarktlage, das vielfältige Kultur- und Bildungsangebot und das schöne Umland mit seinen zahlreichen Erholungsmöglichkeiten bei. Die Kehrseite ist ein hoher Zuzugsdruck und daraus resultierende Herausforderungen wie Wohnungsmangel und Anpassung der Infrastruktur. Prognosen prophezeien einen Anstieg bis 2020 von aktuell 1,4 auf 1,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. München ist damit schon jetzt die am dichtesten besiedelte Stadt der Republik mit den höchsten Wohnkosten.

Gestern, heute und morgen – Radverkehr in München
Radfahren hat in München eine lange Tradition: Man denke beispielsweise an die „roten Radler“ in Ludwigs Thomas berühmter Satire „Ein Münchner im Himmel“ von 1911! Die Isar-Metropole ist nicht nur in topographischer Hinsicht ideal für Radfahrerinnen und Radfahrer, auch die zahlreichen Grünanlagen und ein gut ausgebautes Radverkehrsnetz machen das Radeln besonders attraktiv. Der Anteil des Radverkehrs liegt mittlerweile bei über 17 %. Im Vergleich zum Wert aus der Verkehrserhebung MiDMUC des Jahres 2002 (10 %) entspricht dies einer Steigerung des Radverkehrsanteils am Modal Split um über 70 %. Es ist damit zu rechnen, dass sich der Radverkehrsanteil in den kommenden Jahren weiter deutlich erhöhen wird.

Handlungsschwerpunkte
München war 2007 Gastgeber der Velo-city-Konferenz. Hier entstanden der Wunsch und die Idee, „Radlhauptstadt“ zu werden. Mit dem „Grundsatzbeschluss Radverkehr“ wurde 2009 eine verstärkte Radverkehrsförderung beschlossen und die „Radverkehrspauschale“ auf jährlich 4,5 Mio. € erhöht – u.a. um zusätzliches Personal für den Radverkehr zuzuschalten und Mittel für die Radlhauptstadt-Kampagne bereitzustellen. Arbeitsgruppen befassen sich seither z.B. mit Engpässen und Netzlücken, Fahrradabstellplätzen, Marketing, Bike+Ride-Anlagen, schwierigen Knotenpunkten, Einbahnstraßenöffnungen und der Planung von Fahrradstraßen oder eines Radwege-Winterdienstes. Neben städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beteiligten Referate sind hier auch externe Fachleute vertreten, um gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln. Hauptziel ist die Erhöhung des Radverkehrsanteils an allen Wegen der Münchnerinnen und Münchner (17 % bis 2015, dieses Ziel wurde bereits erreicht) bei gleichzeitiger Erhöhung der Verkehrssicherheit. Angesichts der – aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes erfreulichen – starken Zunahme des Radverkehrsaufkommens muss vor allem das Radverkehrsnetz weiter ausgebaut und verbessert werden. Radfahren soll attraktiver und sicherer werden. Die begrenzten Flächen im Straßenraum, an ÖPNV-Haltestellen und in Stadtteilzentren stellen in München die größte Herausforderung dar. Dies gilt im Besonderen für die daraus resultierenden Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr und für die Problematik der unterschiedlichen Radfahrgeschwindigkeiten – auch verursacht durch die zunehmende Elektrifizierung des Radverkehrs. Seit 2012 können aus den nun in „Nahmobilitätspauschale“ umbenannten Mitteln der „Radverkehrspauschale“ auch Fußverkehrsprojekte finanziert werden. Im September 2013 wird München Gastgeberin der internationalen Fußverkehrskonferenz Walk21 sein und erhofft sich hiervon auch wichtige Impulse für ein besseres Miteinander des Fuß- und Radverkehrs.