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Oberhaching

Die Gemeinde Oberhaching mit ihren etwa 13.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt 10 Kilometer südöstlich von München. 1999 feierte Oberhaching seine 1250-Jahrfeier. Entsprechend groß ist das historisch gewachsene Erbe, gerade im Hinblick auf die Ortsentwicklung. Bereits 1975 gab sich die Gemeinde eine Ortsgestaltungssatzung, um die Unverwechselbarkeit der Gemeinde und des Ortsbildes zu wahren. So findet auch der Einzelhandel ausschließlich in den Ortsmitten statt. Die täglichen Erledigungen lassen sich so auf kurzen Wegen in einer nahezu flächendeckenden Tempo-30-Zone erledigen. Zwei S-Bahn-Stationen schaffen zudem hervorragende Verbindungen nach München und in die Region. Alles in allem also beste Voraussetzungen, viele Wege tagtäglich zu Fuß und mit dem Rad zurückzulegen.

Gestern, heute und morgen – Radverkehr in Oberhaching
Die wesentlichen Voraussetzungen für einen lebendigen Radverkehr sind kurze Wege, direkte Verbindungen sowie eine topografisch wie landschaftlich ansprechende Umgebung. All das war und ist in Oberhaching gegeben – aus der Historie heraus, aber auch durch eine sehr frühe und bewusste Entscheidung für eine eigenständige, organische Entwicklung. Anstatt sich dem in den 70er-Jahren modernen Wachstumsbegriff zu unterwerfen, entschied sich die Gemeinde Oberhaching für eine sehr umfassende Entwicklungsplanung. Ein Ergebnis dessen war, die Wohngebiete für Fuß- und Radverkehr durchlässig zu gestalten. Diese Wege wurden zusätzlich an die bestehenden Verbindungen entlang der Bahnlinien, des Hachinger Bachs und der Hangkanten angeschlossen. Anfang bis Mitte der 90er-Jahre wurden an den S-Bahn-Haltestellen in großem Stil Fahrradabstellanlagen errichtet. Ebenso wurde seinerzeit damit begonnen, ortsverbindende Radwege entlang von Staatsstraßen anzulegen, die weiter fortgesetzt werden sollen. Innerörtlich wurde nahezu flächendeckend Tempo 30 eingeführt, um das Miteinander sämtlicher Verkehrsteilnehmer zu stärken. 2012 wurde eine Fahrradabstellplatzsatzung erlassen. Mit dem Beitritt zur AGFK und zum ADFC wurden in 2012 auch die nicht-investiven Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs deutlich intensiviert (Entschrottungsaktionen, Sattelfest, Presseoffensive, Radlchecks, Give-Aways etc.). In Zukunft geht es darum, die Abstellmöglichkeiten deutlich zu erweitern (vor allem an den S-Bahn-Halten), die überörtlichen Radwegeverbindungen weiter auszubauen und insgesamt das Klima des Miteinanders im Verkehr durch Öffentlichkeitsarbeit, publikumswirksame Aktionen und Serviceangebote zu stärken.

Handlungsschwerpunkte

Ortsentwicklung – Kurze Wege durch Stärkung der Ortsmitten
• Stärkung der Nahversorgung am Kirchplatz durch den Laden an der Kybergstraße
• Weiterentwicklung der Nahversorgung in der Ortsmitte Deisenhofen
• Musikschule/ VHS: Unterbringung an zentralem Standort

Infrastruktur für den fließenden Radverkehr
• Radweg nach Oberbiberg fortsetzen (St 2368)
• Überprüfung und ggf. Ergänzung / Optimierung der Radwegbeschilderung
• Prüfung / Konzeption einer Radwegeverbindung in Richtung Sauerlach (entlang M 11)
• Prüfung weiterer Radwege ( und -ergänzungen) entlang von Kreis-, Staats- und Ortsverbindungsstraßen
• Entschärfung innerörtlicher Gefahrenpunkte für den Radverkehr
• Sukzessive Beschilderung sog. „durchlässiger Sackgassen“ mit dem entsprechenden Schild, um damit auch auf Abkürzungsmöglichkeiten hinzuweisen

Infrastruktur für den ruhenden Radverkehr
• Radabstellanlagen wo immer sinnvoll und möglich ergänzen
• Fortsetzung der erfolgreichen „Entschrottungsaktionen“ an den Abstellanlagen
• Ergänzung der Abstellanlage am Gymnasium plus Überdachung (ca. 280.000 Euro)
• Ergänzung der Abstellanlagen in Deisenhofen (Westseite plus 50-100 Stellplätze) und in Furth (plus 30-50 Stellplätze auf Ostseite); 100.000 Euro im Haushalt eingestellt, Komplementärfinanzierung durch LHM (71% Fahrgastanteil)

Service und Dienstleistung
• Betriebliches Mobiltitätsmanagement – Fahrradleasing-Angebot mit Infoveranstaltung
• Initiierung von Reparaturkursen im Rahmen des Ferienprogramms (ADFC, Agenda 21)
• Radlcheck am Bad (ADFC, Agenda 21, Badverein und weitere)
• Fortsetzung der Aktion „Autofrei zur Schule“ mit Radlcheck

Information und Kommunikation
• „Mobil in Oberhaching / Oberhaching steigt auf“: Erstellung von Info- und Werbematerialien
• Artikelserie zum Radverkehr in den Kyberg Nachrichten von April bis September
• Sattel-Fest beim Straßenfest (Stefanienstraße)
• Betriebliches Mobilitätsmanagement / Mit dem Rad zur Arbeit
• Homepage / Radverkehrsseite: Zielgruppenspezifische Infos und Mitmach-Links
• Mitmachaktionen / Zielgruppenansprache: Eltern und Kleinkinder über die Leitungen der Kindergärten
• Mitmachaktionen / Zielgruppenansprache: Kinder und Jugendliche über Ansprache der Schulleitungen, Elternbeiräte, Umwelt-AGs

Für die Bereiche „Service und Dienstleistungen“ sowie „Information und Kommunikation“ stehen im Haushalt 2013 insgesamt 25.500 Euro zur Verfügung. Das von Seiten der Gemeinde Oberhaching bereitgestellte Budget für Investitionen in die Radverkehrsförderung summiert sich für das Jahr 2013 auf etwa 600.000 Euro. Allerdings sind einige Maßnahmen nur unter Beteiligung Dritter möglich. Insofern kann nicht davon ausgegangen werden, dass das komplette Aktionspaket im laufenden Jahr tatsächlich zu realisieren ist.