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Schweinfurt

Das Oberzentrum Schweinfurt ist mit 52.000 Einwohnern nach Würzburg und Aschaffenburg die drittgrößte Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken. Bekannt ist sie über die Grenzen Bayerns hinaus durch Weltkonzerne wie Sachs, FAG oder SKF. Sie ist aber nicht nur ein wichtiger Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandort. Schweinfurt steht auch für ein vielfältiges und lebendiges Kulturangebot, einer Vielzahl an Einkaufsmöglichkeiten und einem breiten Bildungsangebot bis hin zur Fachhochschule. Am Main gelegen und den Steigerwald in Sichtweite bietet das Umland zudem viele Freizeitmöglichkeiten für Wanderer und Radfahrer.

Gestern, heute und morgen – Radverkehr in Schweinfurt

Die Anziehungskraft Schweinfurts führt zu sehr starken Einpendlerströmen, die im ländlichen Umland überwiegend im Autoverkehr abgewickelt werden. Daher soll neben dem ÖPNV der Fahrradnutzung als stadtverträglicher, emissionsarmer, gesunder und auch preiswerter Mobiliäts-Alternative eine stärkere Bedeutung zukommen. Als Stadt der kurzen Wege und als Stadt am Main hat Schweinfurt gute Potentiale für eine Weiterentwicklung des Alltags- wie auch des Freizeitverkehrsradverkehrs.

Bereits heute nutzen 13 % der Schweinfurter im Sommer das Rad für ihre täglichen Wege. Ein Anteil, der bis 2020 um fünf Prozentpunkte erhöht werden soll. Die Stadt bemüht sich seit den 80-er Jahren um einen Ausbau der Radverkehrswege, sodass heute eine Radnetzlänge von 110 km zuzüglich der verkehrsarmen Straßen vorhanden ist. Im städtischen GIS-System sind die Radwege für andere Dienststellen einsehbar. Mittlerweile liegt mit dem Verkehrsentwicklungsplan (VEP 2030) aus dem Jahr 2013 bereits das zweite vom Stadtrat verabschiedete Radverkehrs-Zielnetz vor.

 

Handlungsschwerpunkte

Laut VEP soll die Radinfrastruktur quantitativ und qualitativ ausgebaut werden. Das heißt: Schließung von Lücken,  Netzverdichtungen, eine bessere Trennung von Fußgängern und Radfahrern sowie mehr Radverkehrsführungen im Fahrbahnbereich.

Neue Radinfrastruktur orientiert sich am Stand der Technik und den einschlägigen FGSV-Regelwerken. Wo Radwege nicht zwingend erforderlich sind, wird kurz- bis mittelfristig im Rahmen von Verkehrsschauen die Benutzungspflicht überprüft. Ebenfalls auf der Agenda stehen zusätzliche Öffnungen von Einbahnstraßen für Radverkehr in Gegenrichtung. Eine jährliche Besprechung der Radunfälle ist seit Jahren etabliert und soll qualitativ weiterentwickelt werden.

Weitere Bausteine für ein fahrradfreundliches Schweinfurt sind die Installierung eines Radverkehrsbeauftragten als Ansprechpartner für Verwaltung und Bürger, die Beteiligung externer Rad-Akteure bei Planungsprozessen, mehr Information der Bevölkerung über Infrastruktur und Serviceangebote sowie eine kontinuierliche Sicherheitsarbeit.

Zwei E-Bike-Ladestationen in zentraler Innenstadtlage dienen der Förderung von Elektromobilität und Radtourismus. Die vorhandene Radwegweisung wird auf heutigen Standard gebracht und nachdem das Stellplatzangebot für Radfahrer in der Innenstadt bereits verbessert wurde, sind künftig Stadtteilzentren und wichtige öffentliche Einrichtungen an der Reihe. Die Stellplatznachfrage soll alle fünf Jahre überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Eine Teilnahme am Stadtradeln ist anvisiert. Dies trägt dazu bei, das Radfahren als umweltfreundliche Alternative zum MIV positiv in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Nach längerer Pause soll wieder ein Fahrradstadtplan erarbeitet werden, der neben dem Radverkehrsnetz auch Serviceangebote und sonstige Informationen rund ums Rad umfassen soll. Auf der Homepage der Stadt Schweinfurt informiert die Rubrik „Radfahren in Schweinfurt“ über aktuelle Entwicklungen, Maßnahmen, Planungsziele und wichtige Verkehrsregelungen.

Der Radtourismus ist durch die Lage am Mainradweg und durch ein dichtes Netz an Radwanderwegen im Umland bereits gut entwickelt. Infotafeln und Fahrrad-Safes sowie eine ansprechend aufbereitete Web-Seite unterstützen dies.

Für den Winterdienst wurde ein Einsatzplan für Radverkehr im GIS-System etabliert. Ein noch junges und ausbaufähiges Thema ist die fahrradfreundliche Verkehrsabwicklung an Baustellen.