Radschnellwege – Fachexkursion der AGFK Bayern nach Frankfurt am Main und Göttingen

9. Mai 2022

Radschnellwege sind ein wichtiger Teil für die Lösung von Verkehrsproblemen. In vielen Regionen Bayerns werden zügig befahrbare, umweg- und wartezeitarme Routen für den Radverkehr diskutiert und konzipiert. Radschnellwege, Bahntrassen und andere hochwertige Radschnellverbindungen stellen Politik und Planung vor neue Herausforderungen. Um das Thema der Radschnellwege und der Möglichkeiten, die sich durch sie ergeben, zu erkunden und ganz praktisch zu erfahren, hat die AGFK Bayern am 2. und 3. Mai 2022 zu einer Fachexkursion nach Frankfurt am Main und Göttingen eingeladen, bei welcher Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Verbänden teilnahmen.

Regionalverband FrankfurtRheinMain, Vortrag Hr. Kötter

Das zweitägige Programm beinhaltete Exkursionen mit dem Fahrrad nach Frankfurt am Main und Göttingen sowie ergänzende Vorträge und Gespräche mit Expert*innen vor Ort. „Gerade in verdichteten Bereichen und klassischen Pendlerregionen können Radschnellwege ein wichtiges Element der Radverkehrsförderung vor Ort sein. Die Befahrungen zeigten uns deutlich die hohe Attraktivität. Wir
können von den Erfahrungen und den Modellprojekten aus Frankfurt am Main und Göttingen profitieren, indem wir Ideen und Eindrücke für die eigene Arbeit mit nach Hause nehmen. Nachdem von nahezu allen bereits laufenden Projekten in Bayern Vertreterinnen und Vertreter dabei waren, profitieren wir unmittelbar von diesem Austausch“, resümiert AGFK Vorsitzender Landrat Matthias Dießl.

Zum Auftakt stellten Vertreter*innen des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain den aktuellen Stand der verschiedenen Radschnellwegeprojekte in der Region FrankfurtRheinMain vor. Herr Manfred Ockel, Bürgermeister der Stadt Kelsterbach und Geschäftsführer der interkommunalen Regionalpark Südwest GmbH, berichtete über seine Erfahrungen, die er im Zuge des Planungsprozesses bis hin zur Umsetzung des ersten Bauabschnittes des Radschnellweges gemacht hat. Dass es für die Gesamtroute kein Planfeststellungsverfahren gab, nannte er als entscheidenden Erfolgsfaktor für mehr Flexibilität. Regionalverband FrankfurtRheinMain, Vortrag Hr. Kötter Im Anschluss konnten die Teilnehmenden unter Führung von Herrn Prof. Dr. Jürgen Follmann (Hochschule Darmstadt) die ersten beiden Bauabschnitte des Radschnellweges von Langen bis Wixhausen mit dem Fahrrad erfahren. Ganz nach dem Prinzip „einfach einmal anfangen“ werden Bereiche des Radschnellweges, die zunächst mit schmaleren Breiten, als es die Norm vorschreibt, umgesetzt wurden, nach und nach verbreitert und angepasst.

Engstelle Wohngebiet (Quelle Elena Buness, Landkreis Fürth); Radschnellweg Abschnitt zwischen Langen und Wixhausen: Durchgehende Solarbeleuchtung

Am zweiten Tag wurden die Teilnehmenden durch Vertreterinnen der Stadt Göttingen, Bereich Planen und Bau, am Fahrradparkhaus vor dem Bahnhof begrüßt. In Göttingen wurde bereits 2015 ein Abschnitt des ersten eRadschnellweges in Deutschland realisiert. Damit sollte die Radinfrastruktur gezielt gefördert werden, um dem hohen Radverkehrsanteil in Göttingen gerecht zu werden und die Stadt lebenswert und zugänglich bleiben zu lassen. In zwei Gruppen aufgeteilt, konnten die Teilnehmenden auch hier den eRadschnellweg mit dem Fahrrad besichtigen und sich mit den Expertinnen austauschen. Sowohl in Frankfurt am Main als auch in Göttingen konnte viel intelligente Technik, mit der die Radschnellwege ausgestattet sind, in Augenschein genommen werden.

Aus Sicht der AGFK Bayern war die Exkursion ein voller Erfolg.

Gruppenfoto vor dem bahnhofsnahen Fahrradparkhaus in Göttingen (Quelle: Klaus Tscharnke, Beirat AGFK)
Vertreter*innen der Stadt Göttingen, Bereich Planung und Bau: Einführung eRadschnellweg Göttingen
Fahrradstraße, welche in den eRadschnellweg einmündet: Printasphalt zur Geschwindigkeitsreduzierung
eRadschnellweg Göttingen: Einrücke von der Befahrung