Radverkehrskonzept Stephanskirchen: Die Bürgerschaft beteiligen lohnt sich!

10. März 2025 – Stephanskirchen ist eine Gemeinde mit etwa 11.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und liegt in Südostbayern zwischen Inn und Simssee. Die Bedingungen für den Radverkehr sind nicht einfach: Im Westen liegt die Stadt Rosenheim mit vielen Arbeitsplätzen, weiterführenden Schulen, Hochschule, Einkaufsmöglichkeiten und Kultur, zu der reger Pendler- und Alltagsverkehr besteht. In Stephanskirchen gibt es eine Reihe großer Firmen und attraktive Freizeitangebote. Auf dem Weg von A nach B muss man häufig über den Inn und es gibt nur zwei Brücken, die regelrechte Nadelöhre bilden. Eine ganze Reihe vielbefahrener Staatsstraßen durchschneidet das Gemeindegebiet in allen Richtungen. Der Platz für baulich getrennte Radverkehrsinfrastruktur ist oft durch die Topografie (schmales, steiles Innufer) und enge Ortsdurchfahrten begrenzt. 2022 hat sich die Gemeinde um die Mitgliedschaft in der AGFK Bayern beworben, um für diese komplexe Situation gute Lösungen zu finden. Die Vorbereisung fand im Juli 2022 statt.

Sicher und komfortabel radeln: Dass das vielen Menschen in und um Stephanskirchen ein Anliegen ist, war schon lange klar. Hunderte Mails und Anrufe, die den Radverkehrsbeauftragten und andere Aktive in den letzten fünf Jahren erreicht hatten, sowie eine hohe Beteiligung beim STADTRADELN waren deutliche Zeichen. Dass sich aber so viele Menschen an der Erstellung des Radverkehrskonzepts beteiligen würden, überraschte alle.

©Gemeinde Stephanskirchen

Schon bei der Auftaktveranstaltung am 10. Oktober 2024 war das Rathausfoyer bis auf den letzten Platz gefüllt. Bürgermeister Karl Mair und der Radverkehrsbeauftragte Frank Wiens durften beinahe 100 Interessierte begrüßen, darunter neun Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Sarah Dartenne und Maurice Funk vom Planungsbüro SVK Kaulen waren schwer beeindruckt: „Wir haben so etwas ja schon oft gemacht. Aber meist sind es vielleicht 20 oder 30 Leute, die da kommen.“ An Karten und auf Tischen konnten dementsprechend viele Anregungen aufgenommen werden. Danach standen einen Monat lang die bisherigen Planungsentwürfe online, um dort kommentiert und ergänzt zu werden. Diese Gelegenheit wurde von 825 verschiedenen Nutzerinnen und Nutzern aus Stephanskirchen und den Nachbargemeinden in Anspruch genommen. 280 Vorschläge und über 1000 Kommentare gingen ein!

Viel Arbeit für das Planungsbüro

Das Büro Kaulen arbeitet aktuell die Ideen und Ergänzungen in die Pläne ein, besondere Gefahren- und Kritikpunkte werden vermerkt. Ein erhebliches Stück Arbeit angesichts der Vielzahl von Beteiligungen! Aber so kann die Gemeinde sicher sein, dass nichts Wichtiges übersehen wird. Und die breite Basis, die in der Bevölkerung da ist, lässt alle optimistisch sein, dass Verbesserungen auch tatsächlich umgesetzt werden können.

Der Gemeinderat zieht mit

Im Umwelt- und Verkehrsausschuss am 21. November 2024 war das Radkonzept Thema, am 26. November stellte das Planungsbüro den bisherigen Stand dem gesamten Gemeinderat vor. Der bisherige Entwurf wurde dort einstimmig zur Kenntnis genommen, das wäre mit weniger Beteiligung vielleicht anders ausgefallen. “Wir sind sehr optimistisch, dass wir so den Weg für Verbesserungen bereiten können, die die Bedürfnisse vieler Menschen treffen”, sagt der Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde Stephanskirchen, Frank Wiens.

(Text: Gemeinde Stephanskirchen)